Erste startet mit Derbysieg ins Jahr 2019

Gleich zu Beginn des neuen Jahres stand für die Erste am vergangenen Samstag das prekäre Nachbarschaftsduell gegen den BSV Markranstädt an.

Eine Terminkollision beim Hinspiel hatte zur Folge, dass Taucha keine spielfähige Mannschaft stellen konnte. Unserer Bitte nach Verlegung kam der BSV Markranstädt leider nicht nach und der Verband hielt an seiner ursprünglichen Ansetzung fest. Somit stand ein kampfloses 0:8 aus Tauchaer Sicht im Ergebnisbericht, sodass es erst jetzt im Rückspiel zu einer sportlichen Auseinandersetzung der beiden Teams kam. Unsere Erste konnte sich zu Saisonbeginn prominent verstärken (Alexander Pilz vom SV GuthsMuts Jena schloss sich uns an). Aber auch der BSV Markranstädt hat mit Martin Höppner von der SG Gittersee einen erfahrenen Regionalligaspieler neu in seinen Reihen. Dass Derbys sportartenübergreifend in der Regel eigene Gesetze haben, und immer mit einer ordentlichen Portion Brisanz einhergehen, ist bekannt. Die Resultate der Vergangenheit ließen ebenfalls auf ein enges Duell schließen. Als Hinrundenerster und mit den jüngst bei den Landesmeisterschaften errungenen Titeln im Herreneinzel und Herrendoppel ging das Team des Gastgebers aus Markranstädt als Favorit ins Rennen, aber auch unsere Erste wollte sich auf sportlichem Weg für die „Niederlage“ aus dem Hinspiel ordentlich revanchieren. Und so entwickelte sich vom ersten Ballwechsel an eine hochspannende Partie.

Im Herrendoppel kämpften die Caymen-Brothers gegen die Landesmeister Gericke/Höppner. Mit Blick auf die zuletzt eher etwas schwächeren Leistungen der Tauchaer und vor dem Hintergrund, dass Nils Magen-Darm geplagt antrat, waren die Erwartungen an das Doppel eher gering. Nachdem der erste Satz nach einer sehr ordentlichen Leistung in der Verlängerung mit 22:20 an Sven/Nils ging, sollte da doch etwas mehr gehen? Im zweiten Satz war ab der Mitte die Luft bei den Tauchaern raus. Es musste der Entscheidungssatz her. Dieser war hochspannend bis zum Schluss. Keine Paarung schenkte der anderen auch nur kurzzeitig einen Moment zum durchpusten. Beim Stand von 17:17 dann die Vorentscheidung. Einen Smash der Markranstädter landete deutlich sichtbar im Seitenaus. Die ansonsten souveränen Schiedsrichter gaben den Ball jedoch gut. Ärgerlich aus Tauchaer Sicht. Zwei starke Punkte von Markranstädt brachten die 20:17-Führung und drei Matchbälle. Es folgte ein langer Ballwechsel an dessen Ende sich das gefiederte Spielgerät entschied auf der netzkante kurz zu verharren und dann auf die Tauchaer Feldseite abzukippen. Keine Chance für Nils und der Sieg für den BSV Markranstädt im 1. Herrendoppel. Später sprach Nils vom besten Brüderdoppel der letzten Wochen und dass es mit ein bisschen Fortune in der Endphase der Partie auch hätte 19:19 stehen können. Sei es drum, den Landesmeistern mehr als nur Paroli geboten – trotz Niederlage prima Leistung. Nicht weniger spannend ging es im Damendoppel zu. Hier zeigte vor allem Charlotte – unsere jüngste im Team und ebenfalls angeschlagen in die Partie gegangen – eine bärenstarke Leistung. Wieder ging es in den Entscheidungssatz, mit dem diesmal besseren Ende für Taucha (21:17). Klasse Spiel, knapper aber doch verdienter Sieg im Damendoppel. Unser neuformiertes 2. Herrendoppel Frank und Alex brauchte fast schon traditionell einen „Erwärmungssatz“, steigerte sich aber von Punkt zu Punkt und konnte Satz 2 und 3 für sich entscheiden. Hoffentlich entwickelt sich bei Familie Pilz kein Eifersuchtsdrama, wenn man feststellen muss, dass Alex und Frank sehr gut zusammen passen. Zwischenstand nach den Doppeln 2:1 für Taucha. Weiter mit den Einzeln. Sonst eigentlich eher die Stärke des Tauchaer Teams. Diesmal aber mit dicken Brocken vor der Brust. Sven im 1. Einzel gegen Landesmeister Gericke. Nils im 2. Einzel gegen den bislang in dieser Saison noch ungeschlagenen Höppner und Frank im dritten Einzel gegen Jens Ritter. Charlotte bekam es zudem wie immer mit Krachudel zu tun. Hier merkte man Charlotte schnell an, dass sie sich voll aufs Doppel fokussiert hatte und die Tanknadel schnell im roten Bereich stand. In zwei deutlichen Sätzen ging der Sieg an den BSV Markranstädt. Es sollte der deutlichste Spielausgang des Tages bleiben. Die beiden Herreneinzel von Sven und Nils waren absolut hochklassig und spannend. Sven konnte den ersten Satz knapp für sich entscheiden. Im zweiten Satz war die Konzentration irgendwo zwischen Couch und Strandbar, egal. Wieder musste der Entscheidungssatz her und der war spannend bis zum letzten Punkt. Im Gegensatz zu Nils zuvor Im Herrendoppel konnte Gericke beim Stand von 19:20 aus seiner Sicht einen Netzroller noch returnieren, war aber dann gegen Svens abschließenden Smash machtlos. 21:19 für Sven. Dreifache Freude. Den Landesmeister besiegt, sich für die knappe Niederlage zu eben jenen Landesmeisterschaften (20:22; 20:22) revanchiert und den Punkt zur 3:2-Führung für die Mannschaft beigesteuert. Passt! Das zweite Herreneinzel war nicht weniger spektakulär. Nils nach wenig erfolgreichen Versuchen mit neuem Material griff nunmehr wieder zum alten Racket und konnte bis zur Mitte des ersten Satzes das Spiel ausgeglichen gestalten. Beim Stand von 13:13 sagte dann der Magen kurz „hallo“, danach ging nix mehr – 13:21. Die Voraussetzungen für den weiteren Verlauf des Matches also eher suboptimal. Im zweiten Satz stellte der Verdauungstrakt sein Rebellieren zum Glück etwas ein und Nils konnte sich einen 4-Punkte-Vorsprung erspielen, den er bis zum Ende nicht mehr abgab. Der Entscheidungssatz musste also schon wieder her. Hier schaffte es Nils seit langem wieder einmal die Wand „aufzubauen“ und spielte sich regelrecht in einen Rausch. Kaum Fehler, gepaart mit einer Abwehr, die ein ums andere mal funktionierte. Ich war selbst von mir überrascht, gab Nils später zu Protokoll. Mit 21:12 konnte Nils den Entscheidungssatz für sich verbuchen und so ging es mit einer 4:2-Führung in die letzten beiden Spiele des Tages (3. Herreneinzel und Gemischtes Doppel). Beide Spiele begannen fast parallel. Und in beiden Spielen wurden die Nerven der Zuschauer wieder ordentlich auf die Probe gestellt. Eila und Alex verloren den ersten Satz und lagen im zweiten Satz eigentlich durchgängig knapp zurück. Eine gute Phase zum Schluss sicherte mit 21:19 doch noch und mal wieder am heutigen Tag den Entscheidungssatz. Parallel dazu spielte Frank eine überragende erste Satzhälfte und eine ziemlich maue zweite. Zum Glück reichte es zum 21:19 für Taucha. Wie fast alle Spiele an diesem Tag sollte dann auch das Mixed spektakulär enden. Bis zum Schluss kämpften beide Paarungen um jeden Ball und schenkten sich nix. 19:19 Aufschlag Taucha. Fehlaufschlag, Aufschlag Markranstädt, Rückschlag Taucha ins aus. So schnell geht’s. Da kämpfst du über 3 Sätze und dann innerhalb von 20 Sekunden ist das Spiel verloren. Schade drum, aber nicht mehr schlimm, denn auf dem Nachbarfeld schwang sich Frank auf den Sieg für Taucha einzutüten. Mit 21:16 konnte er den zweiten Satz einigermaßen zuschauernervenschonend für sich entscheiden. Aus und vorbei. In den kollektiven Jubel mischte sich nur kurz ein kleiner Wermutstropfen beim Gedanken an die bevorstehenden Muskel- und Gelenkschmerzen einiger älterer Spieler. Egal. 5:3 Endstand. Derby gewonnen, Tabellenplatz 3 in Tuchfühlung zur Spitze erklommen. So kann es weitergehen.

Fazit 1: offensichtlich gilt die neue Bauernregel: Schlechte Immunabwehr bringt gute Smashabwehr.
Fazit 2: Die mannschaftsinterne Krone wird dieses Jahr wohl erst mit den letzten Spielen vergeben. Sven, Frank, Nils je 10 Saisonsiege, Eila 9, Alex und Charlotte 8. Man ist das spannend…

Wir bedanken uns bei den Schiedsrichtern für eine souveräne Leistung und Ihre Zeit die Begegnung in der Sachsenliga zu leiten.
Ebenso bedanken wir uns für die gute Stimmung in der Halle und die sportlich ausgetragenen Begegnungen.

Ein besonderer Dank geht natürlich an unsere, auch weit angereisten, Fans und Untertützer, groß als auch klein…

Eure ERSTE