Podestplätze in 3 Disziplinen – Tauchaer präsentieren sich bei der diesjährigen Sachsenmeisterschaft im Erzgebirge in starker Form

Am ersten Adventswochenende reiste zwar nur eine kleine Tauchaer Delegation nach Stollberg zu den diesjährigen Landesmeisterschaften. Aber dass Quantität und Qualität nicht zwangsläufig miteinander in Beziehung stehen, zeigte der Blick auf die Ergebnisübersicht am späten Samstagabend.

Bereits im Vorfeld hatten sich Sven, Charlotte und Nils vorgenommen, trotz allen Ärgers und der verbandsinternen Querelen der letzten Zeit, für den Saisonhöhepunkt nochmals richtig in Form zu kommen. Und so fuhren wir nach vier harten Trainingswochen doch sehr optimistisch ins Erzgebirge. Sven und Nils nach unzähligen 1-Minute-Ecken-Einheiten, die Spielweise des jeweils anderen einmal mehr in und auswendig kennend und der Freude endlich einmal wieder in ein anderes Gesicht auf der gegenüberliegenden Feldseite zu erblicken sowie der Gewissheit einer völlig misslungenen Generalprobe, der ja ohnehin immer ein gutes Omen nachgesagt wird. Charlotte nach vielen Stunden harter und manchmal auch frustrierender Abwehrarbeit an der Ballmaschine, aber mit der Gewissheit dass große Schwachstellen plötzlich gar nicht mehr so groß erscheinen.

Nicht zuletzt führte die weitestgehend verletzungsfreie Vorbereitung jedoch auch zu einem gewissen Anspruchsdenken. So fragte sich Sven, ob es nach dem Titelgewinn der beiden Vorjahre zum Titel-Hattrick trotz stressigen beruflichen Arbeitsalltags reicht und Nils ob nach einigen Anläufen in den Vorjahren erstmals der Sprung auf das Podest gelingen würde. Für Charlotte galt es vor allem, die guten Trainingsleistungen auch einmal im Turnier vollständig abrufen zu können.

Nach diverse Ehrungen (u. a. wurde unser Verein vom Verband als zweitbestes Team des Vorjahres ausgezeichnet!!) und Begrüßungen startete das Turnier mit den Doppeln. Die Kamann-Brüder traten diesmal gemeinsam an und Charlotte konnte sich mit Anja Hübner über eine starke Partnerin an ihrer Seite freuen. Nach einem Freilos in der ersten Runde setzten sich Sven und Nils im Viertelfinale gegen das starke DHfK Leipzig-Doppel Sven Hendrich und Florian Reyscher knapp 21:18/21:18 durch. Ein sehr taktisch geprägtes Spiel, das oft mehr kämpferische als spielerische Aspekte hatte und für Zuschauer dadurch vielleicht nicht durchgängig ansehnlich war. Alles in allem jedoch ein verdienter Sieg – das Halbfinale war erreicht. Hier wartete mit der Dresdner Paarung Marcel Bachmann/Michael Prinz eine echte Herausforderung. Allein diese Ansetzung versprach ein spannendes, hochklassiges Spiel. Der erste Satz war lange sehr ausgeglichen, immer mit einem kleinen Vorteil für die Kamanns. Das 21:18 spiegelte den Spielverlauf sehr gut wider. Sammeln, durchschnaufen, weitermachen – noch ein Satz bis zum Finaleinzug. Der zweite Satz lief aus Tauchaer Sicht ebenfalls sehr gut an, mit einer 3-Punkte-Führung zur Satzpause. Leider brachten einige Unkonzentriertheiten und Schwächen im Spielaufbau die Dresdner in der Folge wieder ins Spiel. Deren Führung sollte bis zum Satzende halten – 16:21 gegen uns. Nochmals Sammeln, durchschnaufen, weitermachen – noch immer nur 1 Satz bis zum Finaleinzug. Den Entscheidungssatz gingen die Tauchaer dann wieder  hochkonzentriert an und spielten sich in einen Rausch. Einer dominanten ersten Hälfte folgte die letzte Verschnaufpause bei einer 11:5-Führung. Vielleicht war es diese Minute, die bei den Dresdnern nochmals die letzten Reserven mobilisierten. Für die Tauchaer wirkte sie wie ein Bruch im Spiel. Die glänzende erste Satzhälfte mit nahezu fehlerfreiem Spiel wirkte wie weggeblasen. Mit jedem gespielten Ball wuchs plötzlich die Unsicherheit, der Fehlerteufel schlich sich mehr und mehr ein und so kam es verdient nach kürzester Zeit zum 13:13-Ausgleich. Nunmehr hatten die Dresdner das Momentum auf ihrer Seite und konnten sich um 2 Punkte absetzen. Die Kamanns versuchten alles, jedoch konnten sie aus welchen Gründen auch immer nicht mehr zu ihrem Spielrhythmus finden. Mit 18:21 endete der Satz zugunsten der Gegner aus Dresden. Selbst im Nachhinein lässt sich nicht erklären, aus welchem Grund die Leistung im Entscheidungssatz so unterschiedlich ausfiel. Vielleicht war man selbst zu euphorisch und erfreut, dass der erste Teil des Satzes so gut lief. Hier bräuchte es mal einen Bundesliga-Coach der uns an der Analyse hilft. Auch wenn wir somit leider bei Betrachtung des Spielverlaufs ein wenig unter Wert geschlagen wurden, so ist der dritte Platz eine Leistung mit der man sehr zufrieden sein kann. Es bleibt die Leistung des Gegners anzuerkennen. Danke an Marcel und Micha für ein hart umkämpftes Match und Glückwunsch zu einem starken Comeback! Ein kleiner Trost aus Tauchaer Sicht war der Blick auf das Finale. Hier konnten Tom Wendt und Ludwig Bram nicht ansatzweise so gut mithalten, wie wir, sodass wir zumindest von uns behaupten können, den späteren Landesmeistern im Halbfinale alles abverlangt zu haben.

Ergebnis Herrendoppel: Platz 3 für Sven/Nils Kamann

Das Damendoppel von Charlotte und Anja Hübner konnte man im Vorfeld getrost als Wundertüte bezeichnen. Dass Anja mit ihrer Erfahrung zahlreicher Regionalligamatches eine dominante Rolle einnehmen würde, war von vornherein klar. Entscheidend schien, inwieweit es Charlotte schaffen würde, mit dieser Situation umzugehen. Um es kurz zu machen, sie schaffte es wunderbar! Nach einem Freilos in Runde eins ging es im Viertelfinale gegen Merle Krachudel/Susann Kiefer aus Markranstädt. Als Außenstehender hatte man das Gefühl, dass je länger das Spiel dauerte, gerade Charlotte immer besser ins Match fand. Ging der erste Satz noch knapp verloren, wurde der zweite bereits knapp gewonnen. Der dritte Satz endete deutlich für uns – Halbfinale. Hier waren Frances Pusch und Johanna Schmidt (TSV Dresden) die Gegnerinnen. Über dieses Spiel ist schnell berichtet – souveräner Sieg mit sehr ordentlicher Leistung – FINALE, oho. Dass dann letztendlich gegen das eingespielte Doppel Nitschke/Adam im Finale kein Kraut gewachsen war, ist zu verschmerzen. Platz zwei und die Erkenntnis, dass es zu verschmerzen ist, dass keine Startgenehmigung für die Jugend erteilt wird, wenn man bei den Erwachsenen erfolgreich ist.

Ergebnis Damendoppel: Platz 2 für Charlotte/Anja Hübner

Nachdem sich die Aufregung um die Doppel gelegt hatte, hieß es den Kopf auf Einzel umzustellen. Sven erwischte mit Tom Wendt (SG Gittersee) – seinem langjährigen Dauerrivalen seit der Jugendzeit ein Hammerlos gleich in der ersten Runde. Bereits in diesem Spiel sollte sich zeigen, was sich das ganze Turnier über durchzog. Super Start in die Sätze und fehlende Kraft und Konzentration hinten raus. Erster Satz knapp zugunsten von Sven. Zweiter Satz mit 4 Punkten Vorsprung zum Ende, um diesen dann in der Verlängerung abzugeben. Der dritte Satz sollte der beste Satz des Turniers von Sven werden – aggressives, dynamisches Spiel mit viel Präzision und kaum Fehlern. Leider nur bis zum 20. Punkt. Beim Stand von 20:11 wähnte sich Sven offenbar schon am Ziel, stellte das Spielen ein und lud seinen Gegner (der noch dazu eine ganz starke Phase erwischte) dazu ein das Match nochmals spannend zu machen. Nachdem dem geneigten Herrn Bruder auf dem Coachingstuhl die Nerven beim 20:20- Ausgleich blank lagen, besann sich Sven endlich darauf nochmals zwei Ballwechsel für sich zu endscheiden. Sieg in der Verlängerung. Puhhh… Im Viertelfinale wartete mit Sven Hendrich (DHfK Leipzig) ein vom Papier her leichterer Gegner. Sven lies diesmal auch nichts anbrennen und setzte sich glatt in zwei Sätzen durch – Halbfinale.

Für Nils begann die Einzelkonkurrenz mit einer Überraschung. Im Vorspiel siegte überraschend Florian Timm (TSV Dresden) gegen den stärker eingeschätzten Florian Reyscher (DHfK Leipzig). Nach dem Freilos in Runde 1, wartete mit Florian Timm also ein bis dato unbekannter Gegner auf Nils. Dementsprechend ging Nils hochkonzentriert ins Spiel. Das Ergebnis – ein souveräner Zweisatzsieg und dadurch ein wenig Kräfte gespart fürs nächste Spiel. Im entscheidenden Spiel um den Halbfinaleinzug sollte die Dramaturgie der Ereignisse die Möglichkeit zur Revanche für die Niederlage im Doppel bieten – Gegner wiederum Marcel Bachmann (TSV Dresden). Und das Spiel sollte sich über weite Strecken zu einem echten Krimi entwickeln. Dass Nils nunmehr um „seinen“ Platz auf dem Treppchen spielte, war ihm bewusst. Leider zu Beginn zu bewusst. Ungewohnt aufgeregt und angespannt startete er in Satz eins. Dass es gegen Marcel keine leichte Aufgabe werden würde, war aus den letzten Duellen mehr als bekannt. Oft gingen diese über 3 Sätze bzw. endeten denkbar knapp. Dass Marcel eigentlich eher in den Doppeldisziplinen zu Hause ist, war dem Spiel zunächst nicht anzusehen. Im Gegenteil. Marcel begann unglaublich stark und schaffte es ein ums andere mal Nils tief in die Ecken zu treiben. Für das ohnehin traditionell laufintensive Spiel von Nils soweit nicht ungewöhnlich. Die Verunsicherung war Nils jedoch deutlich anzumerken und so fand er zu Beginn nie richtig zu seinem Spiel. Dass der Hallenboden zum Teil einer Eisfläche glich, sorge bei Nils für noch mehr Frust. Viele Bälle spielte er durch die Standprobleme zu ungenau und handelte sich folgerichtig die entsprechenden Konter ein. Erstaunlich war letztendlich nur, dass das Ergebnis nicht dem Spiel entsprach. Vom Gefühl her war Marcel Bachmann weit überlegener als es das 21:18 aussagt. Pause. Runterfahren. Abhaken. Mund abwischen. Neu fokussieren. Leider half auch dies zunächst nicht. Nils konnte den zweiten Satz zwar etwas offener gestalten, rannte jedoch auch früh einem Rückstand hinterher. Die Umstellung auf langen Service brachte endlich die Wende und bei 18:18 erstmals den Ausgleich. Beim 20:18 sah es so aus, als ob das Momentum nunmehr bei Nils lag. Leider weit gefehlt. Auch hier kämpfte sich Marcel wieder zurück 20 beide. Dem 21:20 für Nils folgte ein intensiver Ballwechsel der eigentlich das bessere Ende für Marcel hätte bereithalten sollen, jedoch verhinderte die Netzkante den fast schon sicheren Punkt. Gute Netzkante ;-D Damit ging der zweite Satz mit 22:20 an Nils. Vielleicht hat es dieses Erfolgserlebnis gebraucht. Im dritten Satz wich die Anspannung und Nervosität dann wieder einer gewissen positiven Routine. Nils konnte nunmehr sein gewohnt sicheres Spiel gegen einen zugegebenermaßen etwas müder werdenden Gegner nunmehr relativ souverän durchbringen. Endstand 21:14. Sieg. Halbfinale. Treppchenplatz!

Ob überhaupt schon einmal zwei Tauchaer Herren jeweils im Halbfinale einer Landesmeisterschaft standen, müsste sicherlich einmal von einem Vereinschronisten geprüft werden. Und falls doch, muss dies schon sehr lange her sein. Von daher war die Freude bei den Kamann-Brothers natürlich riesig. In Anbetracht des vorangeschrittenen Alters und der Überlegung sich am nächsten Tag nochmals früh aus dem Bett quälen zu müssen, entschied man sich einvernehmlich die Halbfinals noch am Samstagabend zu Ende zu spielen. Für Sven ging es darum mit einem Sieg gegen Michael Prinz (TSV Dresden) sein drittes Final in Folge zu erreichen. Für Nils vor allem darum gegen den 10 Jahre jüngeren Pit Hofmann (HSG DHfK Leipzig) in der Außenseiterrolle auch am späten Abend nochmals ordentlich Gas zu geben. Beginnen wir mit dem Spiel von Nils. Von Anfang an war ihm anzumerken, dass mit dem geschafften Halbfinaleinzug die Anspannung deutlich abgefallen war. Mit der gewissen Lockerheit und dennoch nötigen Konzentration entwickelte sich ein klasse Match auf einem hohen Niveau. Zunächst konnte sich Pit deutlich absetzen. Doch Nils blieb dran und schaffte bei 14:14 im ersten Satz den Ausgleich. In der Folge schaffte es Pit nochmals den Druck ein wenig zu erhöhen und tütete den Satz mit 21:15 ein. Doch davon ließ sich Nils nicht beirren und setzte sein gutes Spiel auch im zweiten Satz fort. Lange sehenswerte Ballwechsel forderten auch Pit ordentlich. Der zweite Satz blieb bis zum Ende spannend. Nach mehreren guten Aktionen in Folge konnte Nils zum 18:18 ausgleichen. Ging da noch was??? Die Antwort lautete leider nein. So stark viele Ballwechsel vorher waren, so schade das Ende. Drei vermeintlich leichte Fehler in Folge besiegelten Nils‘ Halbfinalaus. Als Fazit bleibt festzustellen, dass Pit seiner Favoritenrolle gerecht geworden ist und dass dieser in den letzten zwei Jahren einen unglaublichen Leistungssprung gemacht hat. Vor zwei Jahren gab es das Duell Kamann vs. Hofmann ebenfalls bei der Landesmeisterschaft. Seinerzeit konnte Nils Pit Hofmann noch klar mit 21:11/21:12 bezwingen. Herzlichen Glückwunsch an Pit zu dieser starken Entwicklung. Stand abschließend die Frage im Raum, ob es dennoch ein Finale mit Tauchaer Beteiligung geben sollte, schließlich hatten wir mit Sven ja noch ein zweites Eisen im Feuer. Wie schon im Erstrundenmatch gegen Tom Wendt dominierte Sven die Anfangsphase des ersten Satzes. Zur Satzpause 11:5 Führung. Zum Ende des Satzes hin war der Geist noch Willig, aber das Fleisch wurde schwach – 19:21. Satz zwei, war dann eine Kopie des ersten. Wieder zog Sven ein starkes Spiel bis zur Satzpause auf. Wieder gelang eine 11:5 Pausenführung. Leider ließen Kraft und Konzentration jedoch wie bereits im ersten Satz nach und wieder endete der Satz denkbar knapp mit 19:21. Schade, schade, schade. Hier war definitiv mehr drin. Damit konnte Sven seine Siege der Vorjahre nicht wiederholen und das Herreneinzelfinale fand trotz der guten Ausgangsposition ohne Tauchaer Beteiligung statt. Festzuhalten bleibt, dass auch bei Sven die Leichtigkeit nicht mehr in dem Maß da ist, wie noch zu Studentenzeiten und dass der harte Berufsalltag doch einiges an Kraft kostet. Scherzhaft könnte man meinen, dass ein Tauchaer Finale ohnehin ein Marathonmatch geworden wäre, sodass man hier Rücksicht auf die Zuschauer genommen hat. Und außerdem haben die Klitschkos auch nie gegeneinander geboxt;-D

Ergebnis Herreneinzel: Jeweils Platz 3 für Sven und Nils

Fehlt noch das Dameneinzel. Hier hielt das Los für Charlotte in der ersten Runde mit Frances Pusch (TSV Dresden) eine schöne Aufgabe bereit. Wie so oft in der Vergangenheit, bedurfte es erst einer „Standpauke“ des Coaches um Charlotte nach dem 11:21 im ersten Satz wachzurütteln. Aber diese wirkte und Charlotte fand endlich zu ihrem Spiel. Zu einem guten Spiel. Mit 21:15 ging der zweite Satz an Taucha. Der Entscheidungssatz musste her. Hier knüpfte Charlotte nahtlos an den starken zweiten Satz an und konnte sich bis zum Ende immer einen kleinen Vorsprung bewahren beim 20:18 wurden die ersten zwei Matchbälle leider vergeben. Ab 20:20 wechselte die Führung und jede der Kontrahentinnen stand kurz vor dem Sieg. Am Ende muss man festhalten, dass Charlotte mit gerdae einmal 18 Jahren vielleicht ein wenig die Routine fehlte einen der 6 Matchbälle dann auch mal zu nutzen. Aber das 26:28 ist beileibe kein Beinbruch. Es war mehr drin, aber aus solchen Spielen lernt man! Umso schöner, wenn man in der Folge gleich den Effekt spürt. In der Trostrunde stand Charlotte mit Merle Krachudel (BSV Markranstädt) eine Gegnerin gegenüber, gegen die es für Charlotte bis dato noch immer eine Niederlage gab. Nach verlorenen ersten Satz zeigte Charlotte jedoch nochmals eine sehr ansprechende Leistung, kämpfte sie sich ins Match zurück und siegte nicht nur in drei Sätzen sondern heimste auch noch ein dickes Lob vom Coach ein.

Ergebnis Dameneinzel: Platz 9 für Charlotte

GESAMTFAZIT: Man könnte der ein oder anderen knappen Niederlage nachtrauern. Man kann aber auch einfach stolz auf die starken Leistungen sein. Wir entscheiden uns für die zweite Variante, bedanken uns beim Ausrichter, dem BC Stollberg-Niederdorf, für die gute Organisation und fahren mit vielen positiven Erlebnissen zurück nach Leipzig.