Südostdeutsche Meisterschaften 2017 – Ausrichter zieht positives Fazit

Das waren Sie, die Südostdeutschen Meisterschaften 2017.

Es mutet ein wenig seltsam an, wenn man am Sonntag 16 Uhr in eine leere Sporthalle blickt und sich verwundert die Augen reibt, ob denn tatsächlich schon alles vorbei ist!? Neun lange Monate der Vorbereitung, Beratungstermine, Sponsoringtreffen, unzählige Telefonate, zig PKW-Kilometer durch zähen Stadtverkehr und viele Tage an denen die nächtlichen Schlafstunden an einer Hand abzuzählen waren. Alles für ein Wochenende, das letztendlich wie im Flug verging?? Nach ein paar Tagen Abstand kommt man zweifelsfrei zu der Erkenntnis, dass sich dieser Aufwand absolut gelohnt hat.

Ein PKW, der sich um Mitternacht selbstständig verriegelte, während die Insassen noch fleißig Schnee von den Scheiben fegten und entsetzt auf den Schlüssel im Wageninneren blickten, das Willkommensbanner, welches zwei Tage vor Turnierbeginn dem Sturm nicht mehr standhielt und eine mehrtägig aufwendig zusammengestellte Einlaufmusik, die sich zum Turniertag ein­fach nicht abspielen ließ – das war alles, was an diesem Wochenende nicht klappte. Kinder­krankheiten, die aus Sicht der Orga-Leitung zwar ärgerlich waren, schlussendlich aber mit ei­nem Augenzwinkern und einem kurzen Lächeln schnell vergessen sind. Wichtig ist, was man daraus macht! Und so wurde kurzerhand ein Ersatzschlüssel fürs Auto besorgt, während ein In­sasse darauf achtete, dass sich das Kfz nicht spontan wieder entschließen sollte sich zu entrie­geln. Im Rahmen dieser mitternächtlichen Überwachungsaufgaben wurde auch die Tauchaer Schneemalerei entdeckt und so zierte eine wunderschöne Palme sowie ein nicht näher definier­ter Laubbaum eines Künstlers (auf eine Namensnennung wird an dieser Stelle verzichtet), wel­cher sich gewöhnlich bereits mit einem Strichmännlein unendlich schwertut, den schummrig be­leuchteten Turnierparkplatz. Weiterhin ist festzustellen, dass sich auch zu den Klängen von Pe­ter Fox hervorragend einlaufen lässt und dass ein abgestürztes Banner mit ein bisschen Impro­visationskunst auch an anderer Stelle noch gut zur Geltung kommt. Und so kam es dann, dass viel Lob auf den Ausrichter einprasselte und dieser nicht umhin kam, sich nach der langen Vor­bereitungszeit einmal auf die eigene Schulter zu klopfen.

Zum Sportlichen:

Insgesamt wurden an beiden Turniertagen 117 Spiele durch die Sprecherin der Turnierleitung Ulrike „The Voice“ Hofmann aufgerufen. Letztlich konnten sich in allen Disziplinen die Favoriten aus dem Süden der Republik durchsetzen. Bei den Damen (Einzel und Doppel) kamen die Sieger aus Baden-Württemberg. Im Herrenbereich triumphierten die Bayern. Überragender Spieler des Turniers war ohne Zweifel Tobias Wadenka. Der in der ersten Bundesliga für Neu­hausen-Nymphenburg spielende 26-jährige konnte sich in allen drei Disziplinen den Titel si­chern. Ohne Satzverlust marschierte er von Sieg zu Sieg und auch die vermeintlich härtesten Konkurrenten in den Finals vermochten es nicht, ihn in einen Entscheidungssatz zu zwingen. Die Härte der Smashs und das schnelle Handgelenk beeindruckten. Glückwunsch an Tobias zu einer ganz starken Leistung!! Ein kleiner Wermutstropfen aus Sicht des fachkundigen Publikums war lediglich die Tatsache, dass nicht zuletzt aufgrund der Dominanz von Tobias Wadenka die Spannung in den einzelnen Spielen ein wenig auf der Strecke blieb. Alle 15 Spiele des Finaltages endeten deutlich mit 2:0 Sätzen. Durch den Fakt, dass Tobias nach Abschluss der Siegerehrung eine seiner gewonnenen Sporttaschen unserem 5-jährigen Nachwuchstalent und Einlaufkind Finn schenkte, machte er den Ausrichter dann doch noch „glücklich“.

Weiterhin darf der Turniersieg im Dameneinzel von der erst 16-jährigen Miranda Wilson nicht unerwähnt bleiben. Hoffen wir, dass sie verletzungsfrei bleibt und künftig auch international die deutschen Farben hochhält. Das Potential war für alle Anwesenden in der Tauchaer Mehr­zweckhalle deutlich zu erkennen.

Auch aus sächsischer Sicht gab es Glanzpunkte, auch wenn es nur einige wenige waren. Laura Adam erreichte mit zwei Halbfinalteilnahmen (Einzel, Doppel) das beste Ergebnis der Sachsen. Glückwunsch Laura! Zu überzeugen wusste auch der amtierende Landesmeister und Lokalma­tador Sven-Matti Kamann. Trotz regelmäßig nur zwei Trainingseinheiten pro Woche (zum Ver­gleich: Miranda Wilson trainiert am Bundesstützpunkt derzeit etwa 11 mal pro Woche) und der Belastung der Vorbereitung und Ausrichtung (hier reduzierte sich der Trainingsumfang zeitweise nochmals um 50 %), schaffte er es bis ins Viertelfinale und warf dabei unter anderem den Zweitligaspieler Tobias Arenz aus dem Turnier. Im Viertelfinale zeigte er im 2. Satz gegen Bundesligaspieler Hannes Gerberich vom TSV Freystadt sein wohl bestes Badminton der vergangenen Jahre und zwang seinen Gegner in den Entscheidungssatz. Zur Belohnung konnte er sich über die Qualifikation zur deutschen Einzelmeisterschaft in Bielefeld freuen. In der langen Vereinsgeschichte des Tauchaer Sportvereins ist dies noch keinem anderen Spieler zuvor gelungen!

Einen Titel gab es dann doch noch für die Sachsen. Über den inoffiziellen Rekord für das längs­te Turnierspiel konnte sich Tom Käßner vom BV Marienberg freuen. Nach einer Stunde und acht Minuten hatte er seinen Nürnberger Konkurrenten Stefan Tatar mit 21:17, 21:23 und 23:21 nie­dergekämpft.

Abschließend bleibt für den Ausrichter noch, sich bei allen Spielern herzlich für die vielen spek­takulären Spielen zu bedanken. Unser Dank geht ebenfalls an den Bürgermeister der Stadt Taucha, Herrn Tobias Meier, für die Unterstützung bei der Ausrichtung und die feierliche Turnie­reröffnung. Ebenfalls möchten wir uns beim Gruppenwart der Gruppe Südost, Herrn Andreas Schuch, dem Referee sowie den Turnierschiedsrichtern und den zahlreichen Zuschauern für die tolle Atmosphäre bedanken.

Nicht zuletzt geht ein besonderer Dank an die vielen Helfer vom Tauchaer SV und die zahlrei­chen Sponsoren. Danke! Ohne euch wäre die Ausrichtung der Südostdeutschen Meisterschaft nicht möglich gewesen.

Im Auftrag des Vorstands